Tipps zu Grillkohle – Nachhaltig Grillen

Grillkohle

Ich bin grundsätzlich ein eher kritischer Verbraucher, der auch mal gerne Produkte und dessen Inhalt hinterfragt. Ein großes Thema für uns Grillfreunde ist die Grillkohle. Was viele nicht wissen: Häufig werden zur Herstellung von Grillkohle Tropenhölzer verwendet. Viele Hektar Wald, die für das Ökosystem unverzichtbar sind, werden gerodet. Ich habe ein paar Tipps zusammengefasst, damit ihr hochwertige und gleichzeitig nachhaltige Grillkohle erkennen könnt.

Nur die wenigsten Hobby-Grillmeister fragen sich ernsthaft, woraus Kohle im Idealfall bestehen sollte und woher die Rohstoffe stammen. Das kann ich auch gut verstehen. Schließlich kann man nicht alles wissen und angesichts der unübersichtlichen Industrie, weiß man mittlerweile sowieso nicht mehr, was man kaufen soll und was nicht. Da beim Grillen die Grillkohle aber einen maßgeblichen Anteil am Ergebnis hat, lohnt es sich durchaus hinter die Kulissen zu blicken. Aufgrund der riesigen Mengen kommt es auch der Umwelt zugute, wenn wir uns genauer mit der Produktion beschäftigen. Immerhin „verbraten“ allein wir Deutschen jedes Jahr rund 120.000 Tonnen Grill-Kohle bzw. -Briketts.

Hartes Laubholz ideal

Eine gute Kohle zum Grillen wird zum Beispiel aus Buchenholz oder einem anderen harten Laubholz gefertigt. Buchenholz hat den Vorteil, dass es sich leicht verarbeiten lässt, lange Hitze spendet und einen hohen Heizwert vorzuweisen hat. Beim Kauf müsst ihr darauf achten, dass keine weiteren Zusätze enthalten sind. Hier helfen euch die DIN-Normen weiter, auf die ich in diesem Artikel eingegangen bin.

Klang als Qualitätskriterium

Wer gute Kohle will, sollte sich als Kohleflüsterer versuchen ; ) Zwar bringt euch das direkt beim Kauf nichts, aber mit Hilfe des Klangs von Kohle beim Zerschlagen könnt ihr zumindest entscheiden, ob das gekaufte Produkt gut ist und ihr es auch künftig verwenden wollt. Enthält Kohle kein Teer oder Säuren, ergibt sich beim Aufschlagen auf einen festen Gegenstand ein heller Klang und die Kohleteile zerbrechen in mehrere kleine Stücke. Das liegt an der Zusammensetzung. Probiert es mal aus!

Grillen auf Kosten der Tropen?

Wer will das schon? Ich möchte mit gutem Gewissen grillen können. Doch das erweist sich als Herausforderung. Problem: In Deutschland wird nur noch wenig Grillkohle produziert. Aufgrund der Kosten, stammen die Rohstoffe für unsere Kohlen und Briketts hauptsächlich aus Afrika und Südamerika. In Deutschland wird zwar die Verpackung erledigt, welche Folgen die Herstellung für die Urwälder hat, weiß kaum jemand. Täglich werden beispielsweise in Paraguay (von dort kommen die größten Mengen für Deutschland) viele hundert Hektar Wald gerodet. Die Aufschrift auf den Packungen „Kein Tropenholz“ schützt leider auch nicht vor derartigen Produkten, denn: welche Baumart tatsächlich gefällt wurde für die Herstellung, kann man nicht erkennen. Daher ist es trotzdem denkbar, dass für die Kohle empfindliche Ökosysteme für immer zerstört werden.

Siegel und Empfehlungen

Auch das FSC-Siegel ist nicht immer ein Beweis für einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Negativschlagzeilen. Achtet darauf, dass ihr wenn möglich auf Kohle und Briketts aus Buchenholz zurückgreift. Hierbei ist klar, dass keine Tropen weichen mussten, weil es sich um heimische Hölzer aus Europa handelt. Auch andere heimische Laubhölzer aus Nutzholz-Produktionen sind in Ordnung. Bei Buchenholz profitiert ihr von wesentlich längeren Grillphasen. Hartes Laubholz brennt oft wesentlich länger, als die Billigware aus dem Baumarkt. Die Wärme wird nicht selten dreimal so lange gehalten! Somit relativiert sich der höhere Preis, der über das Doppelte betragen kann.

Ein Beispielprodukt stammt von der Firma proFagus. Sowohl die Buchen-Grill-Holzkohle als auch Buchen-Holzkohlebriketts „Grillis“ wurden vom Verbrauchermagazin Öko-Test mit „Sehr gut“ bewertet.

Keine Reste verbrennen!

Auch wenn ihr vielleicht meint, etwas Gutes zu tun und Briketts und Kohle zu sparen: Papier, Nadelbaumzweige und Altholz gehören nicht auf den Grill! Die Freisetzung krebserregender Stoffe ist möglich.

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2 Kommentare

  • Hej,
    Schöner Artikel, da sollte man sich tatsächlich mehr Gedanken zu machen.

    Was hältst du denn eigentlich von den Kokos-Brikettes?

    Gruß
    Tobias

    • Kokos-Briketts sind super, haben auch eine gute Hitze und qualmen kaum. Der Geruch ist auch ok, also eine super Alternative. Allerdings wenn man viel grillt geht es auch ganz gut ins Geld!

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