No-Gos beim Grillen – von Tropenholzkohle bis Alufolie – Teil 2

No-Gos beim Grillen

Nach Teil 1 mit typischen No-Gos beim Grillen folgt heute Teil 2. Darin gehe ich unter anderem auf nachhaltiges Brennmaterial, Grillmethoden und Alternativen zu Alu-Grillzubehör ein.

Minderwertiges Brennmaterial verwenden

Wollt ihr von langanhaltender Hitze profitieren und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun, müsst ihr anständiges Brennmaterial kaufen. Minderwertige Briketts und Holzkohle brennen teilweise super schnell ab und nicht selten stammt der Rohstoff aus dem Regenwald. Ich kann bei diesen Bedingungen nicht ohne schlechtes Gewissen grillen. Wenn es euch auch so geht, sind ökologisch sinnvollere Alternativen die bessere Wahl. Neben Siegeln wie FSC und PEFC sowie dem DINplus Siegel (gute Brennleistung, ohne organische Substanzen wie Erdöl) lohnt sich beispielsweise der Blick auf die Marke Olio Bric, die nachhaltige Grill-Briketts aus Olivenkernen herstellt. Das Produkt wird vom Naturschutzbund (NABU) empfohlen.

Ebenfalls empfehlenswert: Grillholzkohle von proFagus. Sie weist einen höheren Kohlenstoffgehalt als konventionelle Produkte auf, brennt deshalb schneller an und erzeugt eine gleichmäßigere sowie höhere Grilltemperatur. Zudem brennt sie länger als viele Billigprodukte. Zur Herstellung in Bodenfelde im Weserbergland wird ausschließlich Buchenholz (unbehandelt und einheimisch) verwendet. Eine bio-zertifizierte Grillkohle, die aus Hartholz hergestellt wird, das vom Verband für ökologischen Landbau e.V. Naturland zertifiziert wurde, verkauft das Startup Nero.

Mit nur einer Temperaturzone brutzeln

Gerade Anfänger grillen gern direkt, also direkt über dem Feuer. Das kann allerdings nicht nur ungesund sein, wenn abtropfende Flüssigkeiten in die Glut tropfen und die dabei entstehenden Giftstoffe über den Rauch auf Grillgut übergehen, sondern auch das Grillvergnügen erheblich schmälern. Auf einer direkten Zone besteht die Gefahr, dass Fleisch, Gemüse usw. zügig schwarz werden. Gerade dann, wenn man mit der Temperatur noch ungeübt ist. Einfacher klappt´s, wenn mehrere Temperaturzonen bereitstehen. Zwei genügen zu Beginn aber völlig: Eine mit Brennmaterial und eine ohne, um Gegrilltes warm zu halten, bis der Rest fertig ist. Mit Hilfe von Kohlekörben gelingt das Einrichten von Zonen kinderleicht.

Wer indirekt grillen will, braucht einen Grill mit Deckel. Beim indirekten Grillen liegt Grillgut nicht über der Glut oder den Brennern (Gasgrill), sondern wird innerhalb des Garraums abseits der Hitzequelle platziert. Abtropfendes Fett und Fleischsäfte tropfen in eine Tropfschale. Konkrete Tipps und Informatives zu verschiedenen Methoden für individuelle Temperaturzonen habe ich im Kugelgrill Ratgeber arrangiert.

Kaltes Fleisch grillen

Landet Fleisch direkt vom Kühlschrank auf dem Grill, verlängert sich die Garzeit. Gut möglich, dass es innen roh ist, während es außen verbrennt. Besser: Fleisch mindestens 30 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur annimmt. Auch vorzeitiges Anschneiden ist nicht ideal, weil eine Menge Fleischsaft flöten geht. Lieber an der dicksten Stelle die Kerntemperatur mit einem Fleischthermometer kontrollieren!

Öko No-Gos beim Grillen: Alufolie und Aluschalen

Alufolie ist aus mehreren Gründen problematisch: Herstellung und Entsorgung belasten die Umwelt und beim Kontakt mit salzigen oder säurehaltigen Lebensmitteln lösen sich Bestandteile heraus. Sie gehen auf das Grillgut über und landen im Körper. Aufgenommenes Aluminium kann sich dort anreichern und Schäden verursachen. Risiken für Nieren- und Nervenerkrankungen steigen. Zudem sind negative Auswirkungen auf Knochenentwicklung und Fruchtbarkeit laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) möglich. Deshalb gilt: Beim Grillen möglichst keine Alufolie verwenden! Gleiches gilt für Aluschalen, Abtropfschalen oder sonst irgendetwas aus Aluminium. Die gesündere, nachhaltigere und langfristig günstigere Variante: Tropfschalen und Gemüsekörbe aus Edelstahl, Holzplanken und dünne Holz-Wraps für empfindliches Grillgut wie Fischfilets, Gemüse oder Obst.

Ich will Aluminium an dieser Stelle nicht verteufeln. Mir ist bewusst, dass das Material in Form diverser Extras vielen BBQ-Fans als praktischer Helfer dient. Dennoch sollte man sich Gedanken über alternative Lösungen machen und die gibt es inzwischen reichlich. Zumindest bezüglich Nachhaltigkeit zählt Alu heute zu den No-Gos beim Grillen.

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