Informatives über Lebensmittelzusatzstoffe: 11 Substanzen im Überblick

Lebensmittelzusatzstoffe

In meinem Beitrag „Informationen Zusatzstoffe – Das solltet ihr wissen“ habe ich bereits einiges über Zusatzstoffe erklärt. Heute will ich die Liste der Lebensmittelzusatzstoffe ergänzen und von Packgasen bis hin zu Trennmitteln Wissenswertes vermitteln.

Natürliche Farbstoffe

Neben synthetischen Farbstoffen gibt es die natürlichen Farbstoffe, welche aus tierischen oder pflanzlichen Bestandteilen gewonnen werden. Das Wort „natürlich“ ist mit gewisser Vorsicht zu genießen, da auch Mikroorganismen verwendet sein können, welche gentechnisch verändert wurden. Hier Beispiele natürlicher Farbstoffe mit entsprechender E-Nummer:

  • Kurkumin – E 100
  • Zuckerkulör – E 150 a
  • Pflanzenkohle – E 153
  • Anthocyane – E 163
  • Betenrot – E 162
  • Karotin – E 160 a
  • Lutein – E 161 b
  • Calciumcarbonat – E 170
  • Eisenoxide – E 172

Überzugs- und Trennmittel

Überzugsmittel verhindern das schnelle Verderben von Lebensmitteln. Bekanntes Beispiel: Zitrusfrüchte. Sie wären ohne Wachs-Überzeug deutlich schneller ungenießbar. Zudem können Überzugsmittel zur optischen Optimierung dienen und eine glänzende Oberfläche hervorrufen. Trennmittel sind wiederum zur Trennung von verschiedenen Substanzen gedacht. In Müslis sorgt das Trennmittel Lecithine (E 322) dafür, dass Cornflakes schön knusprig bleiben. Lecithine sind auch für Bio-Produkte erlaubt und machen das Mischen von Wasser und Fett möglich.

Geschmacksverstärker

Sie sind für die Intensivierung des Geschmacks von Lebensmitteln verantwortlich. Hier einige Beispiele:

  • Aspartam – E 951
  • Glutaminsäure – E 620 (E 621, E 622, E623, E 624, E 625)
  • Kaliumchlorid – E 508
  • Glycin E 640
  • Natriumlactat E 325

Antioxidantien

Antioxidantien hemmen die Oxidation. Sie sollen bei Fett verhindern, dass es ranzig wird oder Farben länger erhalten. Auch der Zerfall von Vitaminen wird durch Antioxidantien verlangsamt. Ein bekanntes Antioxidationsmittel ist die Ascorbinsäure, die gleichzeitig den Titel Vitamin C trägt.

Konservierungsstoffe

Durch Konservierungsstoffe wird verhindert, dass sich in Lebensmitteln Mikroorganismen bilden. Die Haltbarkeit lässt sich verlängern. Es gibt eine ganze Menge Zusatzstoffe, um Lebensmittel zu konservieren. Darunter Sorbinsäure mit E-Nummer 200, Essigsäure (E 260) und Natriumnitrit (E 251). Einige sind mehr, andere weniger riskant für unsere Gesundheit. Eine der ungesunden Zusatzstoffe ist Benzoesäure (E 210), die in diversen Fertigprodukten wie Wurstsalat, Obstkonserven, Ketchup, Krabben, Oliven, Marmelade, Gelees, Essig, Garnelen, Diätlebensmitteln und Fischsalaten enthalten sein kann. Macht einen möglichst großen Bogen um Benzoesäure! Sie kann je nach Menge Verdauungsprobleme, Magen- und Nierenschmerzen, Krämpfe, Hautausschlag, Atemwegsbeschwerden und allergische Reaktionen auslösen sowie Schäden am Nervensystem verursachen.

Verdickungsmittel

Sie haben die Aufgabe Lebensmittel zu verdicken. Sie sorgen aber auch für dessen Strukturierung oder Gelierung. Beispiele für Verdickungsmittel sind Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl.

Säuerungsmittel / Säureregulatoren

Um die Haltbarkeit zu verlängern, setzt die Lebensmittelindustrie unter anderem auf Säuerungsmittel beziehungsweise Säureregulatoren. Außerdem können sie einen bestimmten Säuregrad herstellen, der bei einigen Lebensmitteln erwünscht ist. Laugengebäck ist zum Beispiel von Natriumhydroxid geprägt, welches als Natronlauge Verwendung findet.

Feuchthaltemittel

Besteht bei einem Lebensmittel die Gefahr der Austrocknung, werden Feuchthaltemittel wie Glycerin zum Vorbeugen beigemischt. Viele Kekse enthalten Feuchthaltemittel. Glycerin bindet Wasser und ist weder farblich noch über Gerüche erkennbar.

Zuckeraustauschstoffe

Gegenüber Haushaltszucker beeinflussen Zuckeraustauschstoffe den Blutzuckerspiegel weniger stark. Die EU erlaubt unter anderem folgende: Sorbit, Mannit, Lactit, Xylit, Maltit, Isomalt, Fructose, Inulin, Maissirup und Maltitol-Sirup. Immer häufiger eingesetzt, wird der Zuckeralkohol Erythrit. Der Zuckerersatzstoff schmeckt süß und macht diverse Fruchtzubereitungen süßer. Für Lebensmittel aus dem Bio-Segment ist Erythrit seit 2016 zugelassen.

Packgase

Um die Entwicklung von Bakterien innerhalb von Verpackungen zu vermeiden, kommen Packgase zum Einsatz. Sie müssen nicht als solche bezeichnet sein. Steht auf Lebensmittelverpackungen „Unter Schutzatmosphäre verpackt“, sind Packgase enthalten.

Stabilisatoren

Halten den physikalisch-chemischen Zustand von Lebensmitteln aufrecht. Sie können die natürliche Farbe von Lebensmitteln stabilisieren, die Bindefähigkeit verbessern oder ein Gemisch aus mehreren Phasen, die sich eigentlich nicht mischen lassen, innerhalb eines Lebensmittelns instandhalten.

Fazit

Generell dienen Lebensmittelzusatzstoffe dazu Lebensmittel appetitlicher, haltbarer oder cremiger zu machen sowie dessen Verarbeitung zu erleichtern. Zwar lässt sich der Verzehr nur mühsam zu 100 Prozent vermeiden, dennoch sollte die tägliche Ernährung wenig Zusatzstoffe aufweisen. Tut eurer Gesundheit etwas Gutes und versucht weitestgehend darauf zu verzichten.

Manche Zusatzstoffe sind aber nicht direkt schlecht, weshalb es keinen Sinn macht alles zu verteufeln. Einige sind nützlich und für die Gesundheit nicht schädlich. Zumindest nicht in begrenzten Mengen. Zudem gilt es das persönliche Verhalten zu überdenken. Viele erwarten, dass Produkte eine gefühlte Ewigkeit im Kühlschrank halten, beschweren sich dann aber über enthaltene Konservierungsstoffe. Ein Widerspruch!

Tipp: Zur Reduzierung von Zusatzstoffen sind Bio-Produkte ratsam. Hier ist die Anzahl an Zusatzstoffen eingeschränkt.

E-Nummern entschlüsseln

Ihr habt eine E-Nummer entdeckt und wollt wissen, was sie bedeutet? Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat hier eine vollständige E-Nummern-Liste inklusive Beschreibung veröffentlicht. Darüber erfahrt ihr, worum es sich handelt und welche Lebensmittel es betrifft.

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