Der Deutsche Magentag: Informationen, Tipps und Empfehlungen

Magentag

Seit 1997 der erste Deutsche Magentag veranstaltet wurde, hat sich in Sachen Ernährungsbewusstsein viel geändert. Dennoch wird dem robusten Organ viel abverlangt. Heute, am 15. November 2016 ist es wieder soweit: Es ist Deutscher Magentag und ich möchte die Gelegenheit nutzen und versuchen euch hinsichtlich eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem Magen zu sensibilisieren.

Beim Magen handelt es sich um ein mit Muskelgewebe ausgerüstetes Hohlorgan. Dank der Schleimhaut, die den Magen innen prägt, überlebt ein Großteil der Bakterien, die dort landen glücklicherweise nicht. Damit entledigen wir uns unbemerkt vielen negativen „Haustieren“. Doch einem Kollegen sollten wir erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Zumindest gilt das für alle, die unter Magenproblemen oder bereits unter Geschwüren leiden. Die Rede ist von Helicobacter pylori.

Problematischer Untermieter: Helicobacter pylori

1983 entdeckte man in der Magenschleimhaut das Bakterium Helicobacter pylori und den Medizinern wurde klar, dass die Magenschleimhaut doch nicht alles abtötet, was sie in der Finger bekommt. Helicobacter pylori kann sich unter der Schleimschicht des Magens ansiedeln. Das Stäbchenbakterium kann Infektionen hervorrufen und die Besiedlung des Magens mit diesem sequenzierten Organismus ist oft keine schöne Sache. Viele Erkrankungen des Magens sind darauf zurückzuführen. Rund 75 Prozent der Magengeschwüre gehen auf das Konto dieses Bakteriums. Auch eindrucksvoll: Neben Karies gehört ein Befall des Magens mit Helicobacter pylori zu den chronischen Infektionen, die weltweit am häufigsten auftreten.  Jeder zweite Mensch weltweit trägt Helicobacter pylori in sich. In Deutschland jeder Dritte.

Dank der beiden Forscher aus Australien, die Helicobacter pylori entdeckt haben, weiß man heute viel über Geschwüre und Magenschleimhautentzündungen. Allein in Deutschland leiden laut Angaben des NDR vom Januar 2016 derzeit rund 33 Millionen Menschen unter Helicobacter pylori. Ganz wichtig zu wissen ist, dass dieses Bakterium sogar zu Krebs führen kann. Schaut euch deshalb das Video zur NDR-Sendung unbedingt an. Es handelt über den unerwünschten Untermieter und zeigt auf, was im Ernstfall zu tun ist. Unterschätzt werden darf das Risiko auf keinen Fall. Die Folgen einer unbehandelten Infektion können fatal sein.

Helicobacter pylori kann auch hilfreich sein

Doch ein ABER ist hier angebracht: Nicht alle Menschen, die Helicobacter in sich tragen, bekommen damit Probleme. Das Bakterium kann sogar durchaus gut mit unserem Körper interagieren. Es passt sich quasi stets seinem Vermieter an und kann daher auch nicht eindeutig als gut oder schlecht betitelt werden. Helicobacter pylori ist, wie es Giulia Enders in ihrem empfehlenswerten Buch „Darm mit Charme“ passender Weise beschreibt, das „älteste Haustier der Menschheit“ und es kann uns vor diversen Erkrankungen schützen. Doch die Forschung steht hier noch ganz am Anfang. Helicobacter pylori sollte aber immer nur dann entfernt werden, wenn es Probleme macht. Denn durch die Behandlung mit starken Antibiotika-Kuren gehen leider auch viele viele nützliche Bakterien verloren, was langfristig ebenfalls sehr negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann.

Wer jedoch unter Magenproblemen leidet oder wenn in der Familie bereits Fälle von Magenkrebs, Parkinson oder Lymphome bekannt sind, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation dem Bakterium zu Leibe zu rücken. Generell gilt: Dauern Magenschmerzen länger als zwei Wochen, sollte man zum Arzt gehen!

Tägliche Belastung

Jeden Tag muss unser Magen mit erheblichen Belastungen fertigwerden. Scharfe Gewürze, ein Übermaß an Zucker, säurehaltige Speisen, zu kalte Getränke und viele andere Herausforderungen gilt es zu meistern. Hinzu kommen Stress, Medikamente und wenn sein Besitzer auch noch raucht, muss der Magen mit weiteren negativen Stoffen klarkommen. Doch honorieren wir seine Arbeit? Eher nicht. Wir nehmen es als selbstverständlich hin, dass unser Magen-Darm-Trakt funktioniert. Erst wenn es dann mit Schmerzen losgeht, fangen wir an uns ernsthaft Gedanken über unsere Ernährung und Lebensweise zu machen.

Magenfreundliche Kost und weniger Stress

Einen großen Gefallen können wir unserem Magen machen, wenn wir unseren Alltag von unnötigem Stress befreien. Denn negativer Stress wirkt sich enorm auf unseren Magen-Darm-Trakt aus. Gleichermaßen wichtig ist ein Überdenken der Ernährung. Oft denken wir gar nicht daran, was wir mit einigen Lebensmitteln und Getränken anrichten. Der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und unnötige Medikamente ist bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Leicht Verdauliches in kleineren Portionen hilft dem Magen ebenfalls. Beim Kauen sollten wir uns mehr Zeit nehmen. Umso mehr Mühe wir uns beim Zerkleinern der Nahrung geben, desto leichter hat es unser Organ und desto schneller gelangen Nährstoffe dort hin, wo sie hingehören.

Um euch einen Überblick über magenfreundliche Lebensmittel zu geben, hier eine Liste:

  • Fenchel
  • Bananen
  • Kartoffeln
  • Karotten
  • Frischkäse
  • Ingwer
  • Kreuzkümmel
  • Zimt
  • Honig

Und zum Schluss noch ein paar Rezepte, damit ihr das Gelesene direkt umsetzen könnt : ) Entlastet euren Magen mit den richtigen Lebensmitteln und tut ihm etwas Gutes:

Guten Appetit : )

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